G17A: Aktueller Stand (13.10.2018)

Am 04. Oktober 2018 gab es das erste Gespräch — ein „Vorgespräch“ hat es ja bereits am 10. September, also zwei Tage nach der Besetzung der leerstehenden Wohnungen, gegeben — zwischen Vertreter*innen der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH (die Aachener) und der Hausprojektgruppe G17a. Wir waren mit sechs Leuten vertreten; anwesend waren auch unser Anwalt sowie drei Politiker*innen (MdB, MdA und BVV), die moderierende und vermittelnde Funktionen hatten.

Nachdem bei dem oben erwähnten Vorgespräch die Aachener ihr „soziales Konzept“ für das Haus ausführte, war es an uns „Konzeptbausteine“ und politischen Grundlinien der zukünftigen Nutzung des Hauses darzulegen. Wir haben zu Beginn des Gespräches jedoch darauf gepocht, dass unsere Positionen und Forderungen nicht zur Verhandlung stehen, sondern uns ein Raum des Vortrages eingeräumt werden müsse, genauso wie es dem Vertreter der Aachener bei dem Vorgespräch zugestanden wurde.

Unsere Forderungen sind seit dem 08. September bekannt:

  • Keine Räumung der besetzten Wohnungen, keine Strafanzeigen gegen Besetzer*innen
  • Übertragung des leerstehenden Wohnraums durch die Eigentümer an die Hausprojektgruppe G 17a
  • Schluss mit der sogenannten Berliner Linie
  • Über die Nutzung des leerstehenden Gewerberaums soll in einer öffentlichen Stadtteilversammlung beraten und entschieden werden

Uns war wichtig herauszustellen, dass selbstverwaltetes und 100 % bezahlbares Wohnen ermöglicht werden muss. Dies beinhaltet Wohnraum in regulären Mietverhältnissen für Menschen mit prekärem Hintergrund, wie etwa für geflüchtete Menschen. Die Gewerberäume sollen durch einen basisdemokratisch organisierten Prozess vergeben werden, die nachbarschaftlich sozialen Projekte müssen 100 % abgesichert werden. Ziel muss es sein den Wohn- und Gewerberaum vor Spekulation zu sichern.

Die Perspektive der Aachener ist — das war voraussagbar — eine andere: Derzeit werden die Kellerräume durch eine vom Eigentümer beauftragte Baufirma saniert: Es sollen hier im Rahmen der Kältehilfe durch den Sozialdienst Katholischer Frauen Berlin e.V./SKF später insgesamt 15 Schlafplätze für Frauen angeboten werden. Die Kellerräume könnten allerdings nach derzeitigem Stand aufgrund der baulichen Gegebenheiten doch nicht geteilt werden, sodass diese nicht als Kieztreffpunkt mitgenutzt werden können. Hinsichtlich von 60 Prozent der Wohnungen (bzw. 60 Prozent der Wohnnutzungen inklusive der derzeit bestehenden Mietverhältnisse) sei die Aachener für „alternative Wohnformen“ offen. Ein Verkauf käme für das Unternehmen allerdings nicht in Frage. Gefragt haben wir, welche Sanierungskosten die Aachener für das Haus angesetzt, erhielten aber keine Antwort.

Darüber hinaus haben wir erneut die Nutzung einer zweiten Wohnung, in der sich nachbarschaftliche und stadtpolitische Initiativen treffen können, angesprochen. Diese sollte schon im September geöffnet werden. Prinzipiell spricht laut Aachener nun offenbar nichts gegen eine zweite Wohnung — es brauche aber eine „haltbare Vereinbarung“, die keine Fakten schaffe und wodurch keine dauerhaften Nutzungsrechte entstünden. Wie ein solches Vertragswerk aussehen kann, wird gerade zwischen den Anwälten ausgelotet. In dieser noch zu öffnenden zweiten Wohnung soll Mitte November eine Kiezversammlung stattfinden, bei der es um die Nutzung der Gewerberäume für nachbarschaftlich soziale Projekte gehen wird.

Ebenso wird die Verlängerung der bisherigen Zwischennutzungsvereinbarung um drei Monate zur Zeit juristisch abgeklopft.

Als nächster Gesprächstermin wurde Montag der 22. Oktober 2018 um 19:00 Uhr voraussichtlich vor Ort in der Großbeerenstraße 17a vereinbart.

Gemeinsam die Eigentumsfrage stellen — Gemeinsam gegen steigende Mieten, Verdrängung, Verwertung, Spekulation, Zwangsräumung, Luxusneubauten

Hausprojektgruppe G17a

Straßenfest vor der G17A: Zusammen gegen Mietenwahn im Großbeeren-Kiez!

Mietenwahnsinn widersetzen, #Besetzen, Schlafplatz-Orga,
Zwangsräumung verhindern und Wem gehört Kreuzberg laden ein:
 
Sonntag, 14.10. ab 14.30 Uhr, Großbeerenstraße: Kundgebung
 
 
Hallo Nachbar*innen,
 
wir haben in den letzten Wochen rund um das besetzte Haus Großbeerenstr 17a viele Gespräche mit Euch geführt. Dabei habt Ihr über viele Probleme im Kiez und mit Eurer Miete berichtet. Ist ja auch kein Wunder, bei dem steigenden Verdrängungsdruck.
 
Wir laden Euch, die Nachbarschaft, ein, um uns darüber auszutauschen, was wir gemeinsam dagegen tun können. Dazu haben wir eine Straßen – Versammlung mit Redebeiträgen, Musik, Essen und Getränken für den kommenden Sonntag angekündigt.
 
14.30-17.00
Wie organisiere ich Protest?
Infotische mit MietenInitiativen- und Hausgruppen
 
15.00-16.00
Kiezspaziergang zum Postscheckamt
Die Aktionsgruppe Rigaer 71-73: Bericht über die CG-Gruppe, Postscheckamt und „HYMAT“ und wie sich die Planungen auf den Großbeeren-Kiez auswirken. Bringt Töpfe, Pfannen und Löffel zum scheppern und Lärm machen mit.
 
17.00-18.00
Podiums-Diskussion mit offenem Mikro für alle: Meldet Euch zu Beginn am Podium.
MietenInitiativen stellen beispielhaft vor, mit welchen Protest-Formen sie erfolgreich waren und wir überlegen gemeinsam, wie es bei Euch laufen könnte.
 
18.00-19.30
Filmvorführung „Ungleichland“
ARD/WDR-Doku über die CG-Gruppe und Christoph Gröner.
 
19.00-22.00
Akut bedrohte Projekte stellen sich vor.
Soli-Mucke von und mit der Schlafplatz-Orga: Bericht über Rassismus, Illegalisierung und Verdrängung von Migrant*innen auf dem Wohnungsmarkt und was dagegen getan werden kann.
VISDP: Petra Lustig, Großbeerenstr 17a, Berlin

Großbeerenstraße 17a: Aktueller Stand (10.10.2018)

Foto: Oliver Feldhaus // Umbruch Bildarchiv

Am 4. Oktober gab es das erste Gespräch (ein „Vorgespräch“ hat es ja bereits am 10. September, also zwei Tage nach der Besetzung der leerstehenden Wohnungen, gegeben. Link: https://besetzen.noblogs.org/2018/09/16/g17a-aktueller-stand-16-09-2018/#more-512) zwischen Vertreter*innen der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH (die Aachener) und der Hausprojektgruppe G17a. Wir waren mit sechs Leuten vertreten; anwesend waren auch unser Anwalt sowie drei Politiker_innen (MdB, MdA und BVV), die moderierende und vermittelnde Funktionen hatten.

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Sportraum statt Ferienwohnung

Erste Auswertung der Besetzer*innengruppe der Skalitzer Straße 106

Als wir am Samstag, den 6. Oktober, die Kellerräumlichkeiten in der Skalitzer Straße 106 betraten, hatten wir ein Ziel: Wir wollten dort Räume zugänglich machen für selbstorganisierte Sportangebote – auch weil wir zuvor im Kiez immer wieder mit Leuten gequatscht haben, denen ein Raum für sowas fehlte. Die eine Kickboxcrew dort weggentrifiziert, der andere Freund*innenkreis da auf der Suche nach einem kostenlosen Gym. Es gab Bedarf.

Und es gab einen Raum. Die Kellerräume in dem Haus gleich neben der Ubahn-Station Görlitzer Bahnhof standen seit längerem leer, über zwei Ecken haben wir von den Eigentumsverhältnissen gehört. Das Haus gehört einem Multimillionär. Seinem Sohnemann hat er den Keller zur Verwaltung übergeben, damit der auch ein bisschen Geld machen kann. Dass der Sohnemann sich gelegentlich als „Linker“ inszeniert, sahen wir eher als Argument für die Besetzung: Wer „links“ redet, aber vom Millionärsvater geschenkte Räumlichkeiten nicht der Allgemeinheit zur Verfügung stellt, sollte daran erinnert werden, dass er sich und andere belügt. Für uns jedenfalls ist nicht wichtig, für was sich jemand hält. Für uns ist wichtig, was jemand tut.

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Pressemitteilung: zur Räumung der besetzten Berlichingenstr. 12 in Moabit und der Skalitzer Str. 106 in Kreuzberg

Nach etwa sechs Stunden wurde die Besetzung der Berlichingenstr. 12 in Moabit am Samstagabend auf Antrag des Eigentümers durch die Polizei geräumt. In Kreuzberg verließen die Besetzer*innen die Räume in der Skalitzer Str. 106 selbstbestimmt, nachdem ein Strafantrag des Eigentümers vorlag. Die Besetzungen waren Teil des Herbstes der Besetzungen der Kampagne #besetzen, durch die bisher 16 Häuser in Berlin und Potsdam zeitweise angeeignet wurden. Die Besetzer*innen wollten in Moabit das seit über einem Jahr leerstehende Haus als selbstverwaltete Unterkunft für Wohnungslose und andere Wohnungssuchende mit geringem Einkommen öffnen. In Kreuzberg sollten die Souterrain Räume, in der Ferienwohnungen geplant sind, als offener und kostenloser Sportraum für den Kiez genutzt werden.

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Besetzte Berlichingen12: Erklärung der Besetzer*innen

Wir haben heute die Berlichingenstraße 12 in Moabit besetzt, um das Haus den vielen Wohnungs- und Obdachlosen in dieser Stadt zur Verfügung zu stellen. Wir wollen nicht weiter zusehen, wie Menschen auf der Straße oder in Unterkünften mit beschissenen Verhältnissen leben müssen, während weiterhin Häuser leer stehen.  Wir wollen ein Projekt schaffen in dem Wohnungssuchende zusammen leben können. Frei von den Zwängen und Kontrollen der etablierten Unterkünfte, in Selbstverwaltung und umsonst. 

In Berlin sind weit über 10.000 Menschen obdachlos. Über 36.000 Wohnungslose waren 2017 in Unterkünften in teilweise menschenunwürdigen Zuständen mit strengen Hausregeln und ständiger Überwachung durch Mitarbeiter*innen untergebracht. Es gibt schlichtweg keine leistbaren Wohnungen mehr in der Stadt. Soziale Träger werden in der Konkurrenz um Gewerbeflächen zunehmend von besser zahlenden Unternehmen aus der Innenstadt verdrägt.

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[Pressemitteilung] Neue Hausbesetzung in Moabit schafft Wohnraum für Wohnungslose

Heute (Samstag, 6. Oktober) wurde im Rahmen der Kampagne #besetzen das Haus in der Berlichingenstraße 12 in Moabit besetzt, um das Haus den vielen Wohnungs- und Obdachlosen in dieser Stadt zur Verfügung zu stellen.

Charlie Winter von #besetzen sagt dazu: „Wir wollen nicht weiter zusehen, wie Menschen auf der Straße oder in Unterkünften in furchtbaren Verhältnissen leben müssen, während weiterhin Häuser leer stehen.“

Die Berlichingenstraße 12 steht seit September 2017 leer. Der Eigentümer hatte zuvor den 33 wohnungslosen Männer, die zum Teil schon viele Jahre in dem Haus lebten, gekündigt und diese nach viel Widerstand durch die Bewohner und einem langwierigen Rechtsstreit räumen lassen.
Die Begründung: Statt wohnungslosen Menschen sollten Geflüchtete einziehen, weil für diese mehr als doppelt so viel Miete vom Bezirk verlangt werden kann.

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[Pressemitteilung] Geplante Ferienwohnung in Kreuzberg 36 besetzt

+++ Kellerräume in der Skalitzer Straße 106 besetzt +++ Eigentümer plant dort Ferienwohnungen +++ „Besetzung ist Antwort auf voranschreitende Touristifizierung und alltägliche Verdrängung von Menschen +++ selbstverwalteter Sportraum für die Nachbarschaft geplant +++

Berlin, 06.10.2018
Pressesprecher: Kim Schmitz
Kontakt:
Telefon: 0177-3996784
E-Mail: besetzen@riseup.net
Weiterführende Informationen: besetzen.noblogs.org

Heute haben wir besetzt. Im Rahmen der #besetzen-Kampagne haben wir uns die Kellerräume der Skalitzer Straße 106 angeeignet. Aus diesen sollen nach unseren Informationen Ferienwohnungen entstehen – als gäbe es davon in Keuzberg 36 nicht schon genug.

Diese Besetzung ist eine Antwort auf die stetig voranschreitende Touristifizierung und Privatisierung unserer Lebensräume, eine Antwort auf die in Berlin alltägliche Verdrängung von Menschen zugunsten höherer Profite des Kapitals.

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[Pressemitteilung] Wohnungen in Friedrichshain besetzt – und rechtswidrig geräumt

+++ Bündnis #besetzen +++ Herbst der Besetzungen geht weiter +++ Wohnungen in Berlin-Friedrichshain besetzt – und rechtswidrig geräumt +++ Aktion in Solidarität mit dem räumungsbedrohten, queer-fenministischen Hausprojekt Liebig34 +++

Berlin, 30.09.2018
twitter.com/besetzenberlin

Am Samstag gegen 20 Uhr besetzten queer-feministische Aktivist*innen in Solidarität mit dem Hausprojekt „Liebig34“ mehrere leerstehende Wohnungen im Weidenweg 63 (Berlin-Friedrichshain). Die Aktivist*innen forderten die Übergabe des Hausprojekts „Liebig34“ an ihre Bewohner*innen (1). Beide Häuser gehören der Unternehmensgruppe Padovicz (2). Der „Liebig34“ droht Ende 2018 die Räumung.

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30.09.2018 Solidaritätserklärung zur Besetzung im Weidenweg 63

Die geduldeten Besetzerinnen und Besetzer der Großbeerenstr.17a solidarisieren sich mit den queer-feministischen Besetzerinnen vom 29.09.2018, die sich mehrere leerstehende Wohnungen im Gebäude Weidenweg 63 in Friedrichshain aneigneten ─ in Solidarität mit dem bedrohten quer-feministischen Hausprojekt Liebig34. Nach mehreren Stunden der Besetzung wurden die Besetzerinnen in der Nacht brutal von der Polizei geräumt.

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