Go-In bei „STADT UND LAND“

Heute um 11:45 sind wir – Freund*innen der Hausbesetzungen und Freund*innen der Borni37 – in die Geschäftsstelle der STADT UND LAND gegangen um die Rücknahme der Strafanträge wegen Landfriedensbruch zu fordern

Am 20.5. diesen Jahres sind mehr als 60 Menschen in das seit Jahren leerstehende Haus in der Bornsdorfer Straße 37b in Berlin Neukölln eingezogen. Sie haben es besetzt. Wenig später tauchte die Polizei auf, es wurden die Eigentümer – allen voran Ingo Malter – von der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft STADT UND LAND informiert und herzitiert. Malter ließ noch während der Verhandlungen das Haus von den Bullen räumen. (Mehr dazu unter: besetzen.noblogs.org oder im Anhang – Brief „Ingo, wir müssen mal reden“)

Ätzend, dass wir bei diesem Wetter (35 Grad im Schatten) überhaupt in den Glaskasten in der Werbellinstr 12 in Neukölln gehen mussten. Wir hätten uns weitaus besseres vorstellen können. Aber was soll‘s!? – 56 Strafanträge sind eben kein Zuckerschlecken und die Oberbosse der städtischen „Wohnbauten-Gesellschaft mbH“ haben hier nun mal ihre Büros.

Im Foyer des Gebäudes schlug uns die soziale Kälte der Rezeptionist*innen entgegen, die ob der draußen schwelenden Hitze fast schon erfrischend war. Weder wollte man mit uns reden, noch wollte (oder konnte) man die mitgebrachten Briefe an ihren Chef Ingo entgegenehmen oder lesen. Immerhin wählten sie nicht die 110 oder den Sicherheitsdienst, sondern den Pressesprecher Frank Hadamczik und die zweite Geschäftsführerin Anne Keilholz. (ob das die Digitation von Pinehill s.a.r.l. ist?). Ingo selbst war angeblich im Urlaub.

Nun standen wir da mit Frank, der bereits am 20.5.2018 vor der Borni abchillte und die Interviews von Ingo eintütete und Anne, die mit Ingo zusammen immerhin die Machtposition bei STADT UND LAND inne hat. Freundlich erklärten wir unser Anliegen: Sie haben jetzt die Chance, 56 Strafanzeigen zurückzuziehen. Immerhin nützen diese niemanden was. Und sowieso: das Haus in der Bornsdorfer Straße stand leer und tut es auch weiterhin – wessen Hausfrieden wurde hier eigentlich gebrochen? Und wären die Borni-Leute nicht die viel besseren „Hausverwalter*innen“ als Ingo, Anne und Frank?

Während Frank etwas unsicher im Raum umher lief, stand Anne kerzengerade vor uns und trug immer wieder ihre auswendig gelernten Zeilen vor. Man wäre sich einig in der Geschäftsführung und es ist und bleibt alles so, wie es war, weil es so ist. Auf die Frage, warum man denn nichts an der Situation ändern könne, sagte Anne zunächst, sie habe keine Meinung dazu. Am Ende sagte sie dann aber doch, sie finde es „richtig“ die Strafanzeigen aufrecht zu erhalten und die Besetzer*innen zu bestrafen. Frank verwies nochmals darauf, dass es nach der Räumung ja sowieso sehr verwüstet ausgesehen habe und da ja noch die Sache mit dem Eigentum ist…

Heute ließen wir noch Ballons, Sticker und Briefe im Gebäude. Die Message war trotzdem klar: wenn ihr keine Feinde einer solidarischen Stadt seid, dann geht ihre auf unsere Forderungen ein. Anne und Frank haben es dann doch bevorzugt, sich in ihren Glaskasten zurückzuziehen und an einer Taktik der Eskalation festzuhalten.

Sie sind die Feinde einer solidarischen Stadt – einen so netten Besuch werden wir ihnen nicht nochmal abstatten. Wir hoffen, dass alle Freund*innen der Idee einer solidarischen Stadt ihre Schlüsse daraus ziehen, dass STADT UND LAND und ihre Bosse als Gegner erkannt und so behandelt werden.
Ob Padovicz, Akelius, Pinehill, Deutsche Wohnen oder STADT UND LAND: Ihr seid der gleiche Dreck. Wir werden weitherhin solidarisch mit allen sein, die sich der Profitlogik eurer Unternehmen entgegensetzen – auf allen Ebenen, mit allen Mitteln!

Für die Stadt von Unten!

 

Ingo Malter

 Frank Hadamczik

Anne Keilholz

 Anne und Frank bei unserem Besuch

Solidarität gegen die Stadt der Reichen!

English Version Below

All jenen, die den Ausverkauf der Stadt nicht einfach hinnehmen wollen und das Recht auf Eigentum praktisch in Frage stellen, begegnet der Staat mit Repression. Diese besteht nicht nur aus der Polizeigewalt bei einer Räumung, die immer ihre physischen und psychischen Spuren hinterlässt, sondern auch aus finanziellem Druck durch Strafbefehle wegen Hausfriedensbruch. Der Versuch, eine solidarische Stadt aufzubauen, soll so bereits im Keim erstickt werden.

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